In einer Weiterung "klassischer" Marken-Definitionen bspw. als differenzierendes funktionales, emotionales und psycho-soziales Nutzenbündel definieren wir Marke im Organizational Branding Kontext als: 

Eine dynamische Wirklichkeitskonstruktion, bei der unterschiedliche System- und Umweltbeteiligte einer Menge von Phänomenen (u.a. Produkt/Leistung, Markierung, Werbe-Botschaften, Mitarbeiterverhalten) in einem wechselseitigen Prozess jeweils individuelle oder gruppenindividuelle Bedeutungen (Sinn) zuschreiben. Im Ergebnis wird dabei Aufmerksamkeit auf - zu anderen Wirklichkeitskonstruktionen möglichst differenzierende – jeweils anspruchsgruppen-relevante Nutzenkategorien, Emotionen, Werte etc. fokussiert. Diese Aufmerksamkeitsfokussierung soll wiederum eine gewisse zeitliche Stabilität aufweisen, um Markenwirkungen entfalten zu können. (Franz 2015, in Anlehnung an Grubendorfer 2012)


Ein integriertes Konzept zur systemischen Unternehmens- und Markenführung sowie Gestaltung organisationalen Markenlebens, bei dem das Wirklichkeitskonstrukt Marke - ausgerichtet an der Haltung und den kundenzentrierten Zielen der Organisation - aus dem Inneren der Organisation heraus gestaltet werden soll. Entsprechende Konzepte und Maßnahmen sind sowohl eher nach außen (Stakeholder Branding) als auch eher nach innen (Cultural Branding) gerichtet. Dabei ergibt sich eine Wechselwirkung dergestalt, dass das organisationale Leben durch Ausrichtung an der Marke bzw. der Markenidentität ziel- und sinn-produktiv wird und die Marke durch markenspezifisches organisationales Leben gestärkt wird. (Franz 2015)